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Wissenswertes über Nebenkosten, Recht und Steuern - Hohe Sicherheit

Wissenswertes über Nebenkosten, Recht und Steuern

Hohe Sicherheit

 

Alles was Sie rund um den Kauf von Immobilien und Leben in Griechenland wissen müssen und noch vieles mehr.

Durch das seit Jahrzenten in vielen touristisch erschlossenen Gebieten bestehende Grundbuch / Katasteramt, sind Eigentumsverhältnisse dort eindeutig geklärt. Darüber hinaus bestehen für alle anderen Regionen Transkriptionsbücher, in welchen der Eigentumseintrag erfolgt. Darüber hinaus wird das Kataster- und Grundbuchwesen weiter ausgebaut und reformiert.

Eine zusätzliche Sicherheit für beide Vertragsparteien ist die gesetzliche Verpflichtung zur Anwesenheit der Rechtsanwälte beider Parteien bei Vertragsabschluß vor dem Notar. Dies um so mehr, als der Rechtsanwalt des Käufers für die Lastenfreiheit der Immobilie und die ordnungsgemäße Übertragung auf den neuen Eigentümer haftet.

Der Immobilienerwerb in Griechenland

Rechtsgrundlagen

Der Erwerb griechischer Immobilien richtet sich nach dem Astikos Kodikas (ZGB - Zivilgesetzbuch). Es ist vergleichbar mit dem deutschen Bürgerlichen Gesetzbuch, dem BGB. Genau wie im deutschen Recht ist auch der Eigentumserwerb an einer Immobilie in Griechenland erst mit der Eintragung im Grundbuch vollzogen. Eine grundbuchliche Eintragung ins Ipothikofilakio oder Ktimatologio ist zur Erlangung von Rechtssicherheit erforderlich, da der gute Glaube an die Richtigkeit des Grundbuches auch im griechischen Recht geschützt ist.

Griechenland ist wie Deutschland ein Rechtsstaat; mit dem Eintritt des Landes in die EG ist sukzessive eine Reform des Grundbuchrechts herbeigeführt worden.

Der Kaufvertrag

Griechische Immobiliengeschäfte werden durch den Abschluß eines notariellen, präzise gefassten Kaufvertrages abgewickelt. Der Kaufgegenstand wird exakt beschrieben, der Kaufpreis und dessen Fälligkeit genannt, Stornierungsrechte und Vertragsstrafen bei Zahlungsverzug und/oder Rücktritt vom Kaufvertrag festgelegt; ebenso die Vertragsabwicklung zur Erlangung der Eigentumsübertragung im Grundbuch.

Das Grundbuch

Wie im deutschen Recht, so wird auch nach dem griechischen ZGB der Eigentumswechsel mit Eintragung beim für die Immobilie zuständigen Grundbuchamt vollzogen. Die Zahlung des Kaufpreises oder Restkaufpreises erfolgt unmittelbar mit der notariellen Niederschrift und wird in einem Notarprotokoll festgehalten. Die Zahlung der Grunderwerbsteuer (siehe Recht und Steuern) ist die Voraussetzung für die Eigentumsumschreibung, mit der man das amtierende Notariat beauftragen kann.

Eigentumsregister

Das Grundbuch, Ipothikofilakio oder Ktimatologio, wird ähnlich wie in Deutschland geführt und ist für bestimmte Gemeinden zuständig. Allerdings werden die griechischen Grundbücher nicht nach Flurstücken, sondern nach Personen geführt. Bei der Grundbuchrecherche wird deshalb unter dem Namen des potentiellen Eigentümers geprüft, ob und gegebenenfalls wann und durch welchen Rechtsakt er Eigentümer geworden ist, ob Belastungen, Grunddienstbarkeiten, Rechtsstreitigkeiten etc. eingetragen sind u.s.w. Das seit einiger Zeit im Aufbau befindliche Grundbuch nach deutschem Verständnis, also Führung nach Flurstücken, öffentlicher Glaube des unter dem Flurstück Eingetragenen etc. ist bereits in zahlreichen Regionen Griechenlands abgeschlossen und in Kraft getreten.

Anwaltszwang

In Griechenland besteht bei der notariellen Protokollierung der meisten Kaufverträge Anwaltszwang. Der Rechtsanwalt führt die Grundbuchrecherche durch, bereitet den Vertrag vor und unterzeichnet ebenfalls auf dem Kaufvertrag. Für die Mitwirkung des Anwalts bei dem notariellen Kaufvertrag sind entsprechende Abgaben an die örtliche Anwaltskammer abzuführen.

Steuern und Kosten bei Kauf einer Immobilie in Griechenland

Allgemeines

Der Abschluß eines Kaufvertrages über eine Immobilie ist im europäischen Raum trotz EG-Zugehörigkeit immer noch von Land zu Land mit unterschiedlichen Kosten verbunden. Seien es die für Notar, Umsatz- oder Grunderwerbsteuer, Versteuerung eines möglichen Veräußerungsgewinns oder Folgebelastungen wie Grund- Vermögen- und Einkommensteuer.

Die Grunderwerbsteuer - Immobilienübertragungssteuer

Immobilientransaktionen werden in Griechenland entweder mit der Grunderwerbsteuer (Foros Metavivasis Akiniton) oder mit der Umsatzsteuer (FPA - Foros Prostithemenis Axias) besteuert. Steuerpflichtig ist dabei jede Übertragung, Veräußerung oder die Gewährung von Rechten. Die einmalige Grunderwerbsteuer beträgt seit dem 01. Januar 2014 3 % (vorher 8 bzw. 10 %).

Diese Steuer wird auf der Grundlage des notariell beurkundeten Kaufpreises berechnet, soweit dieser nicht niedriger als der vom Finanzamt veranschlagte Einheitswert ist. In der Regel wird deshalb höchstens der vom Finanzamt festzusetzende Kaufpreis in der Kaufurkunde angegeben. Der Steuerbetrag ist vor der notariellen Protokollierung des Kaufvertrages zur Zahlung fällig und in der Regel von der Kaufpartei zu tragen.

Umsatzsteuerpflichtig ist nur der Erwerb von neuen Immobilien, die nach dem 1. Januar 2006 gebaut worden sind. Die Mehrwertsteuer beträgt dann 23 %.

Notar und Grundbuch

Der in einem Immobilienkauf betraute Notar erstellt für seine Tätigkeit eine Gebührennote auf der Basis des beurkundeten Kaufpreises. Hier ist mit ca. 1 % - 1,5 % zu kalkulieren. Für die Grundbucheintragung fallen weitere geringfügige Kosten in Höhe von ca. 0,5 % an.

Der Veräußerungsgewinn

Kommunale Steuer

Anders als in Deutschland unterliegt in Griechenland der Mehrerlös bei einem Verkauf gegenüber dem seinerzeitigen Kaufpreis (Spekulationsgewinn) nicht der Steuerpflicht. Eine Wertzuwachssteuer gibt es in Griechenland nicht.

Jährlich wiederkehrende Steuern (Einkommensteuer)

Einkommensteuer bei Immobilienbesitz

Die Einkommensteuer im Zusammenhang mit Immobilien spielt in Griechenland keine wesentliche Rolle. Es werden die Einkünfte aus Vermietung besteuert und im Falle, dass die Wohnung nicht vermietet wird, existiert eine fiktive Besteuerung auf der Grundlage der erzielbaren Mieteinnahmen. Eine Besteuerung findet auch beim Erwerb von Immobilien mit einer größeren Fläche als 120 m² statt.
Resident im steuerlichen Sinne ist derjenige, der seinen ständigen Wohnsitz in Griechenland nach den Grundsätzen des allgemeinen Zivilrechts hat. Folglich ist das gesamte Einkommen grundsätzlich in Griechenland zu versteuern. Das bedeutet aber auch gleichzeitig, umfangreiche steuerliche Abschreibungen in Anspruch nehmen zu können.

Jeder Eigentümer einer Griechenlandimmobilie unterliegt der Verpflichtung zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung. Das griechische Einkommensteuergesetz sieht grundsätzlich vor, dass aus der Eigennutzung einer Immobilie wird ein fiktives Einkommen berechnet, d.h. das selbst wenn der Eigentümer kein tatsächliches Einkommen hat, wird ein solches fiktiv berechnet. Im Jahr 2011 ist jedoch eine Ausnahme im Gesetz eingeführt worden, wonach die fiktiven Einkommenskriterien nicht für diejenigen, die ihren ständigen Wohnsitz im Ausland haben, und kein Einkommen aus irgendwelche Quelle in Griechenland haben.

Allgemeines griechisches Steuerrecht

Grundsätzliches

Nach welchen Maßgaben und Kriterien eine Person oder Gesellschaft in Griechenland der Besteuerung unterliegt, richtet sich nach dem Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland – Griechenland und dem Einkommensteuergesetz („Foros isodimatos“). Also ist die Frage nach der Ansässigkeit zu klären.

Nach griechischem Steuerrecht erfolgt die Einkommensbesteuerung bei natürlichen Personen nach dem Wohnortprinzip und dem Grundsatz der Quellenbesteuerung. Als Wohnort gilt dabei der Ort des Wohnsitzes oder ständigen Aufenthalts. Bei Gesellschaften gilt als Wohnort der Firmensitz der Verwaltungszentrale.
Zusätzlich sind Personen in Griechenland steuerpflichtig, welche ein Einkommen aus einer Tätigkeit in Griechenland beziehen und zwar unabhängig vom Wohn-, Aufenthaltsort oder der Staatangehörigkeit. Existieren im Heimatland und Gastland verschiedenartige Steuerkriterien, die in den zwei Staaten ein und dieselbe Person als unbeschränkt steuerpflichtig ansehen, vermeidet eine zweifache Besteuerung das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Griechenland und Deutschland.

Gehen Sie einer gewerblichen Tätigkeit nach, haben einen festen Wohnsitz oder kaufen ein Ferienheim, immer ist eine Steuernummer von Nöten (AFM / Arithmos forologikou mitrou). Diese ist die generelle Steuernummer für Ausländer. Sie ist die Voraussetzung für jegliche geschäftliche Vorhaben und Tätigkeiten. Die AFM ist beim für Ausländer zuständigen Finanzamt zu beantragen und ist für die Bestellung eines Steuerbevollmächtigten (Antiklitos) obligatorisch.
Sowohl beim Immobilienerwerb, jeglichen Notar- und rechtlichen Angelegenheiten und Steuerzahlungen ist diese Identifikationsnummer unerlässlich. Sie löst nicht automatisch eine Steuerpflicht aus, sondern dient lediglich der
Identifikation.

Die Vermögensteuer - Grundsteuer

Natürliche Personen mit Vermögens- Immobilienwerten unterliegen in Griechenland der Vermögensteuer (foros akinitis periousias), die bis zu 1 % des Vermögenswertes betragen kann. Steuerpflichtig sind natürliche und juristische Personen und zwar unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit oder ihrem Sitz, soweit sie in Griechenland Immobilienvermögen besitzen. Steuerpflichtig sind Immobilienvermögen ab einem Wert von über 200.000 €.
Als Grundlage für die Berechnung des Immobilienwertes dient der vom Finanzamt zugrunde gelegte Einheitswert. Dieser entspricht überwiegend nicht dem Verkehrswert, da der Einheitswert in der Regel sehr deutlich über dem Verkehrswert liegt. Die Einheitswerte werden vom Wirtschaftsministerium festgesetzt und werden regelmäßig veröffentlicht. Die Festsetzung erfolgt nach einem System von Vergleichsdaten (Fläche, Lage etc.).
Nach der derzeit (Stand: März 2012) geltenden Steuerskala, die Grundsteuer wird nach der folgenden Steuertabelle berechnet:

Steuerskala in € Steuerkoeffizient (%) Steuer gemäß Skala in € Zu versteuerndes Vermögen in € Steuerbelastung in €
Bis 200.000 Euro 0 % 0,00 Euro 200.000 Euro 0,00 Euro
300.000 Euro 0,2 % 600 Euro 500.000 Euro 600 Euro
100,000 Euro 0,3 % 300 Euro 600.000 Euro 900 Euro
100.000 Euro 0,6 % 600 Euro 700.000 Euro 1.500 Euro
100.000 Euro 0,9 % 900 Euro 800.000 Euro 2.400 Euro
darüber hinaus 1,0 %


Die kommunale Grundsteuer - Gemeindevermögensteuer

Diese wird von Gemeinden, Stadtgemeinden und Landkreisen erhoben, Sie wird auf der Grundlage der Wohnfläche berechnet und üblicherweise mit den Verbrauchsabgaben für Elektrizität abgerechnet.

Die Immobilien-Sondersteuer

Mit dem Gesetz Nr. 4021/2011 ist eine neue Immobiliensteuer im griechischen Recht eingeführt worden, die für die Jahre 2011 und 2012 zusammen mit den Stromrechnungen berechnet und bezahlt wird. Es handelt sich um eine spezielle Grundsteuer, die nur Immobilien betrifft (also keine Grundstücke ohne Gebäuden), die mit der folgenden Besteuerungstabelle besteuert wird (die rechte Spalte bezieht sich auf die Einheitwerte des Finanzamts pro Quadratmeter):

Steuerskala in € / Quadratmeter Einheitswert (pro Quadratmeter in €)
0,5 0-3.000 (nur diejenigen die mehr als 4 Kinder haben sowie die Schwerbehinderte)
3 bis 500
4 501 - 1.000
5 1.001 - 1.500
6 1.501 - 2.000
8 2.001 - 2.500
10 2.501 - 3.000
12 3.001 - 4.000
14 4.001 - 5.000
16 ab 5.001

Auf den zu ergebenden Betrag wird auch der Alter des Gebäudes nach der folgenden Tabelle mitberechnet:

Alter in Jahren Multiplikator des Betrags
Bis 26 1
Von 25 bis 20 1,05
Von 19 bis 15 1,10
Von 14 bis 10 1,15
Von 9 bis 5 1,20
Von 4 bis 0 1,25

Erbschaftsrecht und Erbschaftsteuer

Allgemeines

Ein Grundsatz zu diesem Thema gilt allgemein: Wer Vermögenswerte jedweder Art hat, sollte rechzeitig Vorsorge für den Erbfall treffen.

Klar abgefasste letztwillige Verfügungen im Todesfall ersparen den Hinterbliebenen Zeit, Ärger und Geld. Das gilt insbesondere für Auslandsvermögen, hier auch gerade bei Immobilienwerten. Bei Grundbesitz in Griechenland rechtzeitig ein Testament an Ort und Stelle aufzusetzen oder besser noch nach eingehender Beratung eine notarielle Nachlassregelung zu treffen, heißt viele Probleme im voraus zu vermeiden.

Das Abwicklungsverfahren

Vermögensübertragungen im Todesfall sind in Griechenland genau so wie in Deutchland steuerpflichtig, wobei Erbschafts- und Schenkungssteuer zusammen gesehen werden müssen. Auf diesem Gebiet finden Doppelbesteuerungsabkommen keine Anwendung.
Die Erbfolge richtet sich immer nach der Staatszugehörigkeit des Erblassers.

Die Abwicklung des Vermögensüberganges der in Griechenland gelegenen Vermögenswerte erfolgt nach griechischem Recht und es fällt die griechische Erbschaftsteuer an. Die beste und praktikabelste Lösung für den oder die späteren Erben ist ein notariell beglaubigtes, in griechischer Sprache (mit gleichzeitiger deutscher Übersetzung möglich) abgefasstes Testament.

Ungleich aufwendiger gestaltet sich das Prozedere ohne eine griechische Nachlassregelung.

Liegt ein Testament im Heimatland des Erblassers vor, so muss diese ins Griechische übertragen, beglaubigt und mit einer so genannten Apostille versehen werden.

Die Sterbeurkunde (liksiarchiki praksi thanatu) ist in dreifacher Ausfertigung bei der zuständigen griechischen Gemeinde (dimos) zu beantragen; damit ist eine Negavitbescheinigung des zentralen griechischen Nachlassregriechenlandters (kentriko mitroo diathikon) anzufordern, dass keine anderweitige Todesfallverfügung des Erblassers in Griechland vorliegt.

Die Beibringung der erforderlichen Unterlagen aus dem Heimatland erfordert oft einen hohen Zeitaufwand, so dass man Gefahr läuft, griechische Abgabetermine nicht einhalten können, was auch wiederum zu erheblichen Zeitverzögerungen führt und letztlich zu Verzugszinsen und Strafzahlungen führen kann.

In Griechenland ist eine Erbschaftsannahmeerklärung (apodochi klironomias) erforderlich, sofern Immobilien geerbt werden. Ist unklar, ob der Nachlass verschuldet ist, kann man die Erbschaft mit dem Privileg der Inventarerrichtung annehmen. Dann sind eventuelle Verbindlichkeiten nur auf den Wert des Nachlasses beschränkt und der Erbe haftet nicht für die gesamten Nachlaßverbindlichkeiten. Sodann ist die Erbschaftssteuererklärung gegenüber einem griechischen Notar abzugeben.

Die Erbschaftsteuer

Die Übertragung von Vermögenswerten insgesamt, das heißt nicht nur von Immobilien, im Erbschafts- oder Schenkungsfall ist in Griechenland wie auch in Deutschland steuerpflichtig.

Also ist die Grundlage der Berechnung der griechischen Erbschafts- oder Schenkungssteuer das gesamte Vermögen des Erblassers oder Schenkenden.

Zu beachten ist, dass die Steuersätze in Griechenland um einiges höher liegen und die Freibeträge niedriger ausfallen als in anderen EU-Ländern. Dies ergibt sich bereits aus dem Umstand, dass die offiziellen Einheitswerte, auf deren Grundlage die Besteuerung von Immobilien stattfindet, sehr niedrig sind.

Die Steuersätze liegen zwischen 0 % bei einem Vermögen von bis zu 80.000 €, das von näheren Verwandten geerbt wird und steigen progressiv auf bis zu 40 %.

Die Freibeträge unter Ehegatten und Abkömmlingen ersten Grades und für Enkelkinder liegen bei 80.000 €, unter Verwandten 2. und 3. Grades bei 15.000 € und für entferntere Verwandtschaftsgrade oder nicht Verwandte bei 5.000 €.

Bei Schenkungen kommen die gleichen Steuersätze zur Anwendung.

Immobilienfinanzierung in Griechenland

Allgemeines

Oft empfiehlt es sich, zum Beispiel zur Schonung des Eigenkapitals oder eventuell aus steuerlichen Erwägungen heraus, eine Fremdfinanzierung der zum Kauf oder Neubau anstehenden Griechenlandimmobilie vornehmen zu lassen.
Auch wenn ein paar Euro zum Erwerb des Wunschhauses oder der Wohnung fehlen sollte, kann dies durch die Finanzierung einer griechischen Hypothekenbank ausgeglichen werden.

Griechische Finanzinstitute können hier die eventuell auftretende Lücke zwischen Eigenkapital und Kaufpreis schließen. Oftmals sind hierzulande deutsche Kreditinstitute nur gegen Bestellung entsprechend werthaltiger Sicherheiten im Bereich der Bundesrepublik dazu in der Lage.

Schon seit etlicher Zeit sind griechische Banken bereit, Baudarlehen auch an ausländische Kaufinteressenten zu vergeben. Die Sicherstellung erfolgt dann ausschließlich als Hypothek auf der zu erwerbenden oder bereits vorhandenen Immobilie.

Finanziert werden kann grundsätzlich der Erwerb, der Neubau oder die Renovierung einer Immobilie sowie der Erwerb von Grundstücken. Auch Umschuldungen sind möglich.

Voraussetzungen

Genau wie bei der Aufnahme von anderen Fremdfinanzierungen geht der Hypothekenbewilligung durch das griechische Kreditinstitut eine Bonitätsprüfung voraus.

Erforderlich sind folgende persönliche Unterlagen:

  • Darlehensantrag
  • Legitimation mittels Personalausweis oder Reisepass
  • Gehaltabrechnungen der letzten 3 Monate
  • Einkommensteuererklärung des letzten Jahres

Zur Objektbesichtigung sind vorzulegen:

  • Eigentumstitel des zu beleihenden Objekts
  • neue Eintragungsbestätigung
  • mögliche, das Objekt betreffende Vollmachten
  • Topographischer Grundstücksplan
  • Grundrisspläne des Gebäudes
  • eine Kopie der Baugenehmigung
  • Kostenvoranschlag (bei Neubau oder Umbau / Renovierung) des Bauingenieurs oder des Architekten
  • Katasteramtsbescheinigung
  • Nachweis (oder Neuabschluss) einer Gebäudeversicherung

Bebauungsvorschriften

Grundsätzliches

In der Regel sind Grundstücke, welche außerhalb einer geschlossenen Ortschaft liegen und mindestens 4.000 m² groß sind, mit 200 m² Bruttofläche bebaubar. Je größer das Grundstück desto mehr m² Fläche dürfen bebaut werden. Hier gilt die Regel pro m² über 4.000 m² Grundstücksgröße können mit zusätzlichen 0,02 % bebaut werden.

Grundstücke welche innerhalb einer geschlossenen Ortschaft liegen, meist Ortsgrenze oder Ortsnähe mit bis zu 2.000 Einwohnern, können je nach Grundstücksgröße zwischen 199 m² bis maximal 400 m² bebaut werden. Vereinzelt gibt es auch Ausnahmeregelungen, zum Beispiel wenn Grundstücke parzelliert worden sind.

Gewährleistungen und Garantien

Grundsätzliches

Auf Bauausführungen sowie Materialien gilt eine Gewährleistungs-und Garantiezeit von 2 Jahren. Für zum Beispiel Elektrogeräte gilt die jeweilige Herstellergarantie – mindestens jedoch 1 Jahr.

Der Aufenthalt in Griechenland

Aufenthaltsrecht allgemein

Angehörige der EU-Staaten können mit ihrem Reisepass oder Personalausweis visumfrei einreisen und sich bis zu drei Monaten in Griechenland aufhalten. Für den Aufenthalt von mehr als drei Monaten muss beim zuständigen Ausländeramt eine Aufenthaltserlaubnis beantragt werden.
Generell besteht Freizügigkeit für Personen aus EU-Staaten, die sich als Arbeitnehmer oder zum Zwecke einer selbständigen Tätigkeit in Griechenland niederlassen wollen.
EU-Staatangehörige, die aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind und eine Rente oder Pension beziehen, geniessen ebenfalls Aufenthaltsrecht; sie müssen neben ausreichenden Einkünften auch eine Krankenversicherung nachweisen.
Familienmitglieder eines EU-Staatlers sind ebenfalls aufenthaltsberechtigt.
Die Aufenthaltserlaubnis wird für höchstens 5 Jahre erteilt und ist nach Ablauf neu zu beantragen.

Antragsverfahren

Für den Antrag auf Aufenthaltserlaubnis sind vorzulegen:

  • Reisepass oder Personalausweis
  • Bescheinigung des Arbietgebers oder Nachweis einer selbständigen Tätigkeit
  • Renten- oder Pensionsbescheid
  • gegebenenfalls Heirat- Geburtsurkunde bei Verwandtschaft ersten Grades
  • ärztliches Attest (wird nicht immer verlangt)
  • mindestens 3 Passbilder
  • Nachweis über Wohnraum
  • Abmeldung beim deutschen Einwohnermeldeamt des letzten Wohnsitzes

Einwohnermeldewesen

Einwohnermeldeämter wie in Deutschland sind in Griechenland nicht existent. Eine Anmeldung zusätzlich zur Aufenthaltserlaubnis ist daher nicht vorgesehen und möglich.

Führerschein

Inhaber gültiger deutscher Fahrerlaubnisse sind in Griechenland seit Mitte 1996 nicht mehr zum Umtausch verpflichtet. Dieses gilt auch bei einem Daueraufenthalt, d. h. Wohnsitz in Griechenland.
Bei Verlust einer deutschen Fahrerlaubnis im Ausland kann kein deutscher Ersatzführerschein mehr ausgestellt werden, wenn der Inhaber Aufenthalt im Ausland hat. In diesem Fall ist bei der deutschen Führerscheinstelle eine sog. Karteikartenabschrift oder ein Regriechenlandterauszug anzufordern. Mit dieser Unterlage ist dann bei der zuständigen griechischen Stelle ein Führerschein als Ersatz zu beantragen.

PKW-Einfuhr

Allgemeines

Die Einfuhr eines privaten Kraftfahrzeugs aus den EU-Ländern und seine Zulassung in Griechenland unterliegt keinen besonderen Beschränkungen und bedarf keiner vorherigen Genehmigung. Lediglich Dieselfahrzeuge dürfen nur außerhalb der Großstädte Athen und Thessaloniki zugelassen werden.

Um ein Fahrzeug in Griechenland zuzulassen, muss es zunächst vom örtlichen Zollamt taxiert und für den freien Verkehr abgefertigt werden. Hierzu ist, bei Gebrauchtwagen, eine technische Abnahme beim griechischen KTEO (TÜV) notwendig. Danach kann das Fahrzeug bei der örtlichen Zulassungsstelle angemeldet werden und ein griechisches Kennzeichen erhalten.

Für die Taxierung eines Fahrzeugs im Zollamt werden Kfz.-Brief, Kfz.-Schein und Kaufrechnung (oder ein Kaufvertrag, der vor einem griechischen Konsulat in Deutschland beglaubigt sein muss) benötigt. Das Fahrzeug kann sowohl mit konventionellem als auch mit Zollkennzeichen einreisen.

Bei der Einfuhr und Zulassung eines PKW`s in Griechenland fallen folgende Gebühren an:

bei der Taxierung des Fahrzeugs im Zollamt sind einmalige Taxierungsgebühren (teli taxinomissis) zu entrichten. Diese richten sich nach dem Hubraum, dem Alter und vor allem nach der Bauweise des Fahrzeugs.

Entscheidend für die Taxierung eines Fahrzeugs ist nicht sein Baujahr, sondern die zugrunde liegende EU-Schadstoff-Norm.

Berechnungsgrundlage für die Anwendung der Taxierungsgebühren ist der Zollwert des Fahrzeugs. Dieser errechnet sich aus dem Neuwagen-/Großhandelspreis abzüglich eines jährlichen Wertverlustabschlags.

Auf den ermittelten Zollwert zuzüglich der Taxierungsgebühren wird eine Einfuhrumsatzsteuer von 18 % berechnet. Dazu kommt eine Zulassungsgebühr (telos adaias kykloforias) von 75 €.

Jährlich ist eine Kfz-Steuer je nach Hubraumgröße zu entrichten - hier einige Beispiele:

  • Hubraum in ccm von 786 - 1.357 = 73,37 €
  • Hubraum in ccm von 1.358 - 1.928 = 132,06 €
  • Hubraum in ccm von 1.929 - 2.357 = 293,47 €
  • Hubraum in ccm von 2.358 + mehr = 381,51 €

Ein PKW, der in Deutschland oder einem anderen EU-Land zugelassen ist, darf in Griechenland von seinem Halter, sofern dessen ständiger Wohnsitz außerhalb Griechenlands ist, sechs Monate im Jahr (ab Datum der Einreise) mit dem deutschen Kennzeichen gefahren werden.

 
 

Quelle: Kosmidis & Partner Anwaltsgesellschaft (Stand Dezember 2014)

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